Pfarrmuseum

In der Nordostecke des Pfarrgartens von Taufers steht der gotische Kornkasten, ein schlichter Quaderbau. Im Schlussstein des Torbogens verweist die Jahrzahl 1559 auf eine bauliche Umgestaltung. Seit 1984 dient er als Pfarrmuseum. 

Zur Geschichte des Kornkastens: 

Seit der Zeit der Edlen bis in die Mitte des 19. Jh.s hatten hier die Bauern das Zehentgetreide für den Richter der Herrschaft von Taufers und den Pfarrherrn einzuschütten, das dann auch nach altem Recht zu zwei Dritteln auf den Richter und zu einem Drittel auf den Pfarrer aufgeteilt wurde. 1532 baute der Pfleger Friedrich Fieger am Sand (nordwestlich vom Ansitz Neumelans) einen eigenen Kasten und verlangte von den Zinspflichtigen die Abgabe in den neuen Kasten. 

Pfarrer Zott beschwerte sich in Innsbruck, wo dann zugunsten der Pfarrherren entschieden und angeordnet wurde: In Zukunft soll nach altem Brauch das Getreide in den Pfarrkornkasten geschüttet und dort wie bisher im gleichen Verhältnis geteilt werden. Allfällige Reparaturkosten sind im gleichen Verhältnis auf Pfarrer und Richter aufzuteilen, den Schlüssel zum Kasten jedoch verwahrt die Herrschaft. Mit dem Wegfall der Grundherrschaft (um die Mitte des 19. Jh.s) versiegte allmählich der Getreidefluss seitens der Bauern. In der Folgezeit diente das Obergeschoß als Abstellraum für Kunstwerke (Ostergrab u.a.), das Erdgeschoß als Stall für Kleinvieh. 

1984 führte Dekan Leo Munter den Kornkasten einer kulturellen Verwendung zu. Nach Vereinbarung kann man als Einzelperson oder als Gruppe das Pfarrmuseum unter professioneller Leitung besichtige. Die zahlreichen religiösen Bilder und Statuen aus allen Epochen der Kunstgeschichte lassen erahnen, wie gläubig die Menschen  des Tauferer- Ahrntales waren und sind. 

Aber auch in der Pfarrkirche lassen sich Gegenstände für den/die kunstinteressierte/n Mann oder Frau finden. Besonders Erwähnenswert ist der 100- jährige Hochaltar, der aufgrund dessen im Jahre 2008 einer gründlichen Reinigung durch eine Spezialfirma unterzogen wurde und den man mit Hilfe eines Kirchenführers (erhältlich in Pfarrkirche oder im Pfarrbüro) besser kennen lernen kann.

Im Pfarrmuseum finden von Zeit zu Zeit auch Ausstellungen zu bestimmten Themen  und Schwerpunkt statt, so wie z.B. im Jahr 2008 die Sonderausstellung zur 100-Jahrfeier des Hochaltares.